Herstellung von mesoporösem Germanium für dünne Weltraumsolarzellen
Die Materialeinsparung bei der Herstellung von III/V-Halbleitermaterialien für Tripel-Weltraumsolarzellen ist ein wichtiger Kostenparameter für Weltraumanwendungen. Jedes zusätzliches Kilo Gewicht vermindert die Nutzlast eines Satelliten und erhöht die Kosten dramatisch. III/V-Solarzellen werden typischerweise auf Germanium (Ge) oder Gallium-Arsenid (GaAs)-Substraten mittels verschiedener Epitaxieverfahren abgeschieden. Die Dicke des Substrats variiert zwischen 150 und 500 Mikrometern, wobei bereits 1-5 Mikrometer für die Lichtabsorption ausreichen. Für die Herstellung kommen hier Schichtstransferprozesse zum Einsatz, weil sie vielversprechend im Hinblick auf Gewichts- und Kostenersparnisse sind.
Der am ISFH entwickelte PSI-Prozess (Porous Silicon Process) ist ein Verfahren für die Herstellung von hoch-effizienten monokristallinen Dünnschichtsolarzellen. Kern dieser Methode ist eine mesoporösem Doppelschicht, die mittels electrochemischem Ätzen erzeugt wird. Mesoporös bedeutet, dass der Durchmesser der Poren in der Schicht zwischen 2 und 50 nm beträgt. Eine niederporöse Schicht, deren Porosität unter 30% liegt, dient als „Saat“schicht für die nachfolgende Epitaxie. Die darunterliegende, hochporöse Schicht, die eine Porosität von über 40% aufweist, dient später als Sollbruchstelle. Dieser Prozess ist für die Herstellung von hocheffizienten Weltraumsolarzellen mit besonders niedrigem Gewicht sehr attraktiv.
Im Gegensatz zu porösem Silicium ist die Herstellung von porösem Germanium (PGe) bisher kaum untersucht worden. Am ISFH haben wir erstmalig homogene mesoporöse Germaniumschichten hergestellt, die in Schichtstransferprozessen zum Einsatz kommen sollen. Die porösen Schichten werden auf 4“-p-Typ Substraten mittels elektrochemischem Ätzen in hoch konzentrierten HF-basierten Lösungen erzeugt. Die Abb. 28 zeigt eine mesoporöse Ge-Schicht mit einer Gesamtdicke von 600 nm.




