Dieser kontinuierliche Durchlaufprozess ermöglicht weit schnelleres Beschichten großer Mengen von Solarzellen als bisher. So können in der neuen Forschungsanlage bis zu 720 Wafer der Größe 156 × 156 mm2 pro Stunde beschichtet werden. Die zehn separat regelbaren Verdampferschiffchen erlauben dabei eine sehr genaue Prozesssteuerung, so dass die Dicke der Aluminiumschicht nur um ± 3,4% schwankt.
Der in der Verdampferkammer im Vakuum ablaufende Prozess des thermischen Verdampfens von Aluminiumdraht ist in Abbildung 36 dargestellt. Den auf 1200°C bis 1400°C erwärmten Verdampferschiffchen aus Bornitrid wird ständig Aluminiumdraht mit Hilfe von Schrittmotoren zugeführt. Die Spitze des Drahtes verdampft in der Nähe der Schiffchen und dampfförmiges Aluminium füllt den Bereich der Vakuumkammer oberhalb der Schiffchen. Der Probenträger mit seinen Solarzellen passiert diese Metalldampfwolke, so dass Aluminium auf den Solarzellen kondensiert und den metallischen Kontakt bildet. In der Vakuumkammer ist ein leistungsfähiges Kühlsystem zur Vermeidung von Überhitzung mit externer Kühlwasserversorgung installiert.
Die Qualität der neuen Durchlaufanlage ist so gut, dass sie bei über 30-fach höheren Beschichtungsraten im Vergleich mit den weit geringeren Beschichtungsraten in den stationären Beschichtungsanlagen Solarzellen mit ähnlich guten Parametern liefert. Beispielhaft seien dafür die in Abbildung 37 dargestellten Kontaktwiderstandsmessungen an einem eingetriebenen p+-Emitter auf Wafern mit einer Basisdotierung von 1,5 Ωcm aufgeführt, die spezifische Kontaktwiderstände von 1,7 mΩcm2 liefern. Die spezifischen Kontaktwiderstände der in den stationären Anlagen mit kleinen Aufdampfraten hergestellten Proben werden dagegen erst durch das Aufheizen deutlich verringert und liegen auf gleichem Niveau. Die Proben haben in der Durchlaufanlage bereits bei der Abscheidung der Aluminiumschicht die höheren Temperaturen erfahren und wurden damit bereits während des Beschichtungsprozesses geheizt.
Abb. 37: Kontaktwiderstandsmessung an einem eingetriebenen p+-Emitter mit einer Basisdotierung des Wafers von 1,5 Ωcm. Proben wurden in verschiedenen Aufdampfanlagen vom Typ BAK stationär mit geringer Aufdampfrate und in der Durchlauf - Hochratenaufdampfanlage ATON mit hoher Aufdampfrate beschichtet. Alle Anlagen mit Ausnahme des BAK EVO Liner liefern Kontaktwiderstände unter 3 mΩcm2, und eignen sich somit gut für die Herstellung von Solarzellen.