Bestimmung der Emitter-Sättigungsstromdichte von Silicium Solarzellen mittels Photolumineszenz und Quanteneffizienz-Analyse
Der Wirkungsgrad von kristallinen Silicium Solarzellen ist limitiert durch Widerstands- und Rekombinationsverluste. Im folgenden untersuchen wir die Rekombinationsverluste, welche Rekombinationen in der Basis, an den Oberflächen und im Emitter der Solarzelle mit einschließen. Rekombination in der Basis und an der Rückseite der Solarzelle werden durch die Quanteneffizienz-Analyse (QE) gut beschrieben. Diese bestimmt die effektive Diffusionslänge Leff und damit die Basis-Sättigungsstromdichte J0b. Rekombinationen im Volumen des Emitters und an der Vorderseite der Solarzelle werden zu der Emitter-Sättigungsstromdichte J0e zusammengefasst. Für Solarzellen mit effektiven Diffusionslängen größer als zweimal der Solarzellendicke ist J0e der Wirkungsgrad limitierende Parameter.
Die Gesamt-Sättigungsstromdichte J0 ist die Summe aus Basis- (J0b) und Emitter-Sättigungsstromdichte (J0e) wenn andere Rekombinationspfade, wie zum Beispiel durch Parallelwiderstände verursacht, vernachlässigbar klein sind. In dieser Arbeit nutzen wir Photolumineszenz (PL) Messungen um den Parameter J0 der Solarzelle zu bestimmen. Der Vorteil von PL ist eine mögliche ortsaufgelöste Anwendung wenn kamera-basierte PL Messungen mit Bildern der effektiven Diffusionslänge kombiniert werden.
In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit wurde gezeigt, dass das Verhältnis

der gemessenen Photolumineszenz-Emission der Solarzelle unter offener Klemmenspannung (Φoc) und unter Kurzschlussbedingungen (Φsc) eine Messgröße für die effektive Diffusionslänge Leff und der effektiven Rekombinationsgeschwindigkeit des Emitters Sem ist:

In Glg. (1) und (2) sind jγoc und jγsc die Beleuchtungsintensitäten der Solarzelle bei der jeweiligen Messung und La ist die Absorptionslänge im Silicium der monochromatischen Beleuchtung. Rekombinationsverluste aufgrund von Parallelwiderständen oder aufgrund von Defekten in der Raumladungszone werden dabei als vernachlässigbar klein angenommen. Durch Multiplikation von Glg. (2) mit Dqni2/NA (D: Diffusionskoeffizient, q: Elementarladung, ni: intrinsische Ladungsträgerdichte und NA: Basisdotierung) folgt

und damit bestimmt das PL-Verhältnis R die Gesamt-Sättigungsstromdichte J0.




